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Junioren-WM im OL: Bjarne Friedrichs mit wechselnden Erfolgen

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Für knapp eine Woche trafen sich die weltbesten Orientierungsläufer im Juniorenbereich in Aalborg bzw. an der nordjütländischen Nordseeküste zu ihren Weltmeisterschaften. In je drei Einzeldisziplinen und den Staffeln wurde um die Titel gekämpft. Mit dabei unter den 158 Junioren und 125 Juniorinnen aus 38 Nationen war auch der Seesener Bjarne Friedrichs, der neben zwei durchwachsenen Leistungen zweimal auch hervorragend auftrumpfte.

Seesen (df). Nach den Läufen in den steilen und felsigen Hängen im Trentino im Vorjahr fanden die Läufe in diesem Jahr zwar nur in Dünenlandschaften statt, aber auch die hatten es in sich: Zum einen kostete das Laufen auf den trockenen sandigen Böden viel Kraft, zum anderen erschwerten in den Dünenwäldern kniehohes Heidekraut und Krüppelkiefern das Vorankommen und Orientieren, so dass häufig die weiteren Wegerouten die bessere Alternative darstellten. Außerdem machte die Hitze den Athleten zu schaffen.

Zum Auftakt der Wettkämpfe standen die Sprintentscheidungen auf dem Programm, die auf dem Universitätscampus in Aalborg ausgetragen wurden. Zwischen den eher systematisch rechtwinklig angelegten Gebäuden warteten manche Überraschungen wie unpassierbare Mauern und Hecken auf die Läufer, die in der sehr fein gezeichneten Karte nicht immer sofort zu erkennen waren und zu manchem Umweg führten. Auch Bjarne fand nicht immer die Ideallinie auf der 2,7 km (Luftlinie!) langen Runde und war somit mit seinem 63. Platz, drei Ränge schlechter als im Vorjahr, nicht recht zufrieden, auch wenn es sich nicht um seine Paradedisziplin handelte.

Diese folgte am Tag darauf mit der Langdistanz, die über 11,3 km Luftlinie führte. Weil sich Bjarne häufig für die sicheren Wegerouten entschied und sich dabei trotz soliden Laufes eher langsam fühlte, war er selbst überrascht über seinen 32. Platz. Dies war nicht nur seine beste JWM-Platzierung und entsprach ungefähr seiner Zielsetzung, sondern gehörte auch zu den besten WM-Resultaten deutscher OLer in den letzten Jahren. Eine Minute fehlte nur zu Rang 24 – wahrlich ein ausgezeichnetes Ergebnis.

Die Mitteldistanz wird immer in der Form entschieden, dass aus drei Vorläufen jeweils die besten Zwanzig das A-Finale bestreiten. Die Qualifikation dafür gelang Bjarne trotz eines kleineren Fehlers in seinem Vorlauf mit Rang 14 souverän. Im Finallauf über 4,7 km führte das erste Teilstück durch halboffene, sehr flache Dünen, ehe man durch gut belaufbaren Wald das Ziel erreichte – hohes Tempo war also angesagt. Leider unterlief Bjarne gleich am zweiten Posten ein Fehler, der in dem unübersichtlichen Gelände nur schwer zu korrigieren war und ihn über sechs Minuten kostete. Aus der Traum von einer weiteren Top-Platzierung, zumal eine weitere Unsicherheit folgte und erst im Wald die Sicherheit zurückkehrte. So blieb ihm nur ein etwas enttäuschender 55. Platz.

In der abschließenden Staffel lag der deutsche Startläufer Christoph Prunsche lange Zeit in aussichtsreicher Position, ehe ihm ein folgenschwerer Fehler unterlief: Er überlief einen in der Karte unübersichtlich eingedruckten Posten, merkte diesen Lapsus aber erst kurz vor dem nächsten Posten und musste zwangsläufig umkehren. So verlor er ca. zwölf Minuten und die Tram und wechselte abgeschlagen an 26. Position. Obwohl das angestrebte Ziel unerreichbar geworden war, zeigte sich Bjarne äußerst kämpferisch und konnte Platz um Platz aufholen und schließlich mit einer der besten Laufzeiten insgesamt das deutsche Team bis auf Rang 15 vorlaufen. Da der Schlussläufer Franz Cruse noch eine weitere Staffel überholen konnte, blieb unter dem Strich immerhin nach dem verpatzten Auftakt noch ein akzeptabler 14. Platz, aber ohne das Versehen hätte das deutsche Terzett durchaus erstmals seit vielen Jahren wieder eine TopTen-Platzierung erzielen können.

Erfolgreichste Nationen waren wie in den vergangenen Jahren Schweden, Gastgeber Dänemark und die Schweiz. Da vor allem die Mädchen stark enttäuschten, fiel das deutsche Fazit eher ernüchternd aus. Es wird Zeit, dass der Deutsche Turner-Bund diese Sportart wesentlich besser ideell und materiell unterstützt, damit die nationalen Talente, die durchaus vorhanden sind, im internationalen Vergleich nicht immer weiter ins Hintertreffen gelangen. Unter diesen Umständen muss auch Bjarne bei seiner letzten Teilnahme an einer Junioren-WM, obwohl nicht alle Läufe nach Maß gelangen und er seine persönlichen Ziele insgeheim ein wenig höher gesetzt hatte, durchaus nicht unzufrieden sein.




Online: 13.7.10 12:17 • Newsgebiet: Sport & Vereine • Alle MeldungenKommentare (0)


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